Wenn es kalt wird und die Skisportler die Hütten aufsuchen, dann hat er seine große Zeit: der Jagatee. Dieses alkoholische Heißgetränk, das auch Jagertee oder Jägertee genannt wird, hat es allerdings in sich. Es wird aus schwarzem Tee, Obstler und Rum, vorzugsweise dem hochprozentigen Strohrum aus Österreich, gebraut.
Jagatee wird wie Glühwein heiß getrunken. Er kommt mit so etwa 12 bis 15 Volumenprozent Alkohol ins Glas. Seine Heimat wird in Tirol und Vorarlberg verortet. Dort sollen schon im 19. Jahrhundert die Jäger, Förster und Waldarbeiter im Winter bei den Waldarbeiten den Jagatee zum Aufwärmen genossen haben. Heute wird dieses Getränk vor allem entlang der Pisten und auf Berghütten Skifahrern und Wanderern angeboten.
Und damit der Hüttenwirt es nicht mehr so schwer hat, ist der Jagatee inzwischen auch als fertige Mischung aus der österreichischen Schnapsfabrik zu bekommen. Und zwar nicht nur als trinkfertige Mischung, sondern auch als Konzentrat mit 40 Volumenprozenten Alkohol, das mit heißem Wasser auf Trinkstärke zu verdünnen ist. Das erleichtert doch die Logistik auf den Hütten noch einmal.
Das Namensrecht beim Jagatee
Beim Eintritt Österreichs in die Europäische Union machte der Jagatee besondere Verhandlungen nötig. Denn auch in anderen Ländern wurde Jagatee produziert. Doch ungeachtet aller Proteste: die Bezeichnungen Jagatee, Jagertee und Jägertee sind nach dem Staatsvertrag zwischen der Republik Österreich und der Europäischen Union als typisch österreichische Produkte besonders geschützt. Daher ist der Name „Jagatee“ in allen seinen Vatianten nur verwendbar, wenn dieses Getränk in Österreich hergestellt wurde. Hersteller in anderen Mitgliedsländern dürfen entsprechend der EU-Spirituosenverordnung für gleichartige Produkte diesen Namen nicht mehr verwenden. So werden nun vergleichbare oder sogar identische Produkte von nicht österreichischen Herstellern unter alternativen Bezeichnungen verkauft: „Hüttentee“ oder „Förstertee“ heißen diese heißen Mischungen beispielsweise.
Alle Jahre füllen österreichische Herstellet etwa 600.000 Liter Jagatee auf Flaschen ab. Deutsche Hersteller bringen rund 400.000 Liter äquivalenter Mischungen pro Jahr auf den Markt.
Ein Rezept für Jagatee
Natürlich lässt sich Jagatee auch daheim oder auf der Hütte selbst brauen. Da hat der Genießer es selbst in der Hand, wie groß sein Bedarf an Alka Seltzer am Folgetag sein wird. Denn mit guten Zutaten wird der Kater deutlich friedlicher.
Zutaten:
- 1/2 Liter schwarzer Tee
- 1/2 Liter Rotwein
- 1/2 Liter Weißwein
- 5 cl Rum
- 5 cl Obstler, Kirschwasser, Himbeergeist o. ä.
- 1 kleines Stück Zimt
- Saft einer frisch gepressten Zitrone
- Saft von frisch gepressten Orangen
- Eventuell etwas Zucker nach persönlichem Geschmack
Zubereitung:
- Den Tee kurz erhitzen und dann vom Herd nehmen.
- Wein und Schnäpse dazugeben.
- Mit wenig Zucker und dem Zitronen- und Orangensaft abschmecken.
- Alles auf Trinktemperatur erhitzen und in einer Kanne aus Steingut auftragen.
Ein wichtiger Hinweis:
Bitte sparsam mit Zucker umgehen und bei den alkoholischen Getränken nicht geizen. Denn den Einsatz von billigen Fusel bestraft in dieser Mischung der Kater hart und unbarmherzig. Natürlich darf auch nach persönlichem Geschmack und den vorhanden Vorräten bei der Herstellung von Jagatee die eigene Phantasie zum Einsatz kommen. Aber Jagatee darf das Gebräu nur heißen, wenn die Zubereitung in Österreich erfolgt!
Eine Alternative: der steife Grog aus dem hohen Norden
Wem die Zubereitung des Jagatees oder seines nicht österreichischem Äauivalents zu umstundlich ist, der sei auf den steifen Grog von der Küste verwiesen. Der ist wesentlich einfacher zu mischen.
